Gedenktafel am Denkmal Schillers in Kaliningrad ruft Befremden
bei ausländischen Gästen hervor

Vladislav Rzhevskij, Übersetzung aus dem Russischen von Hilmar Girnus

 

Aus nicht bekannten Gründen wurde der Nachname des Bildhauers verwechselt.

Photo von Vladislav Rzhevskij

Zu Ehren des Geburtstages des Philosophen Immanuel Kant finden im Kaliningrader Gebiet gerade verschiedene Treffen statt. Aus diesem Anlass verweilt bei uns eine große Delegation von Kantanhängern aus zahlreichen Ländern.


Während einer Stadtführung durch Kaliningrad hielten unsere Gäste beim Denkmal Friedrich Schillers. Und dort konnten sie mit Verwunderung auf der Gedenktafel lesen, dass der Urheber des Denkmals nicht der bekannte Cauer, sondern ein gewisser Gauler ist. 


„Im Namen unserer Delegation möchte ich über die Komsomolskaja Prawda bitten, diesen bedauerlichen Fehler zu korrigieren, sagt der Vorsitzende der internationalen Gesellschaft „Freunde Kants und Königsbergs“, Gerfried Horst.

Photo von Vladislav Rzhevskij

Man muss anmerken, dass dieser Fehler schon seit längerem bekannt ist. Unter anderem gibt es auf der Internetseite der regionalen Regierung eine Liste zum Kulturerbe mit föderaler Bedeutung im Kaliningrader Gebiet. Hier lesen wir: Denkmal Friedrich Schiller aus dem Jahr 1910, Bildhauer Stanislaus Cauer, Bronze, Stein. Erwähnt wird dort aber auch ein „Stanislaus Gauler“, den fälschlicherweise jemand in der Anordnung Nr. 1327 des Ministerrats der Russischen Sowjetrepublik vom 30.08.1960 eingetragen hat und auf deren Grundlage dem Denkmal der föderale Status gegeben wurde. 


Natürlich kann man die Touristen auf die Regierungsseite verweisen, wo alles bereits korrigiert wurde. Aber ist es nicht Zeit, auch auf der Gedenktafel Klarheit zu schaffen?

© 2018 Vladislav Rzhevskij

© 2019 FREUNDE KANTS UND KÖNIGSBERGS e.V.

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