Alexander Fedorov: „Zu Immanuel Kants 300. Geburtstag wird

Kaliningrad ein Weltzentrum der Ideengeschichte.“

 

Am 17. März begann an der Immanuel Kant Baltischen Föderalen Universität (BFU) in Kaliningrad das Seminar „Kritisches Denken als Gegenstand der Kritik in der russischen und europäischen Ideengeschichte“. Während der Veranstaltung suchten angesehene russische Denker vier Tage lang Antworten auf umfassende Fragen: Welchen Ansatz des kritischen Denkens sollte der Mensch im 21. Jahrhundert verfolgen? Ist Kants philosophisches Erbe im Angesicht gegenwärtiger Herausforderungen – von der globalen Erderwärmung bis zu Spannungen in den internationalen Beziehungen – relevant und anwendbar?

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Sergei Gradirovsky, Leiter der Projektarbeit für Bildungsprogramme an der Moskauer Hochschule für Management SKOLKOVO und Organisator der Seminardiskussion, eröffnete die Veranstaltung:

"Warum haben wir uns heute versammelt? Stellt uns die gegenwärtige Weltlage zufrieden? Hinter jeder Antwort auf diese Frage verbirgt sich eine bestimmte Denkweise… Das Kritische Denken drängt uns, unsere Denkweise zu ändern, wenn wir Einfluss auf die mit uns verwobenen Prozesse nehmen möchten. Die Philosophie Kants war einst der Anstoß für unser Verständnis dessen, wie wir denken, und warum dementsprechend viele globale Probleme ungelöst verbleiben.“

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Laut Alexander Fedorov, Doktor der Philosophie und Rektor der BFU, führt Kants kritische Philosophie zu Selbstreflexion und systemischen Neubewertung, die für den Aufbau einer erfolgreichen Zukunft unerlässlich sind. Fedorov erklärt auch, das Seminar sei die Eröffnungsveranstaltung eines großen Drei-Jahres-Marathons, welcher auf die 300. Jubiläumsfeier des herausragenden Philosophen hinausläuft:

„In nächster Zeit sind Veranstaltungen von äußerster wissenschaftlicher und kultureller Bedeutung geplant. Zudem bereiten wir einen Erlass des Präsidenten und eine Regierungsverordnung der Russischen Föderation vor, die dem 300. Jubiläum Kants gewidmet sein werden. Geplant sind eine Art philosophische Olympiade und eine Reihe kultureller und sozialer Veranstaltungen von Weltrang. Wir gehen davon aus, dass Kaliningrad bis zum Jahr 2024 nicht nur ein Zentrum für das Studium klassischer Philosophie wird, sondern auch ein Weltzentrum der Ideengeschichte".

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Zu den Vortragenden und Diskussionsteilnehmern gehören Nina Dmitrieva – Wissenschaftliche Direktorin der Academia Kantiana an der BFU, Pavel Mrduljash –  Professor für Praxis am Institut für gesellschaftliche Strategien der Hochschule SKOLKOVO in Moskau und Mitglied des Expertenrates bei der russischen Regierung, zudem Maxim Osovsky – Leiter der Schule "Grafische Methoden im Denken", Alexey Savin – Ordinarius für Philosophie an der RANEPA und Professor des SKOLKOVO-Instituts für gesellschaftliche Strategien, sowie Natalia Artemenko – außerordentliche Professorin des Instituts für Philosophie an der staatlichen Universität Sankt Petersburg und Chefredakteurin der internationalen Zeitschrift "Horizon. Phänomenologische Studien". 

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Studierende auf Bachelor-, Master- und Postgraduiertenniveau der Philosophie und Geschichte sind ebenfalls in die Arbeit mit führenden Wissenschaftlern und Denkern eingebunden. Die wissenschaftliche Gemeinschaft würdigt Meinungen und Vorschläge der jungen Forschenden zu den Hauptthemen des Seminars.

Auch Mitarbeiter der Tourismusbranche des Kaliningrader Gebiets wohnen der Diskussion bei. Die Veranstaltungen sind für sie eine Gelegenheit zu tieferer Auseinandersetzung mit der Philosophie und Bedeutung des wichtigsten Gelehrten in der Geschichte der Region.

 

Übersetzung: Annemarie Polheim

 

 

Quelle: Baltische Föderale Universität, „Aleksandr Fedorov: «K 300-letiju I. Kanta Kaliningrad stanet mirovym centrom istroij idej»“, vom 18.03.2021.

URL: https://kantiana.ru/news/meroprijatija/aleksandr-fedorov-k-300-letiju-i-kanta-kaliningrad-stanet-mirovym-centrom-istorij-idej/