Fernsehbeitrag Kaskad-TV

Übersetzung aus dem Russischen von Svetlana Kolbanjowa/ Luca J. Chee

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Das Dorf Wessjolowka liegt im Kreis Tschernjachowsk, die Entfernung bis Kaliningrad beträgt etwas mehr als 100 Kilometer. Ein zweigeschossiges Haus ist alles, was vom Gut des Dorfpfarrers Daniel Andersch übriggeblieben ist. Im Jahr 1747 lud dieser für seine Kinder einen Hauslehrer ein, einen Studenten der Königsberger Universität namens Immanuel Kant.


Korrespondentin Swetlana Kolbanjowa: Der Spruch, Kant habe Königsberg nie verlassen, bedarf einer Präzisierung. Hier in Wessjolowka, damals Judtschen, verbrachte er vier Jahre seines Lebens. Nach den Maßstäben des 18. Jahrhunderts war das eine sehr lange Reise.


Heute ist es wesentlich einfacher, Wessjolowka zu erreichen, daraus schöpfen regionale Behörden, Historiker und Kantforsch er Hoffnung. Offiziell heißt das Objekt „Pfarrhof“, doch hat man es schon zum „Kanthaus“ umgetauft.


Anton Alichanow, Gouverneur der Kaliningrader Oblast: „Wir waren sehr behutsam, es war kompliziert und mit Schwierigkeiten verbunden, doch wir haben es geschafft, das Haus wiederaufzubauen, nun ist es eine Filiale des Kunsthistorischen Museums unserer Region. Ich bin zuversichtlich, dass nach ein paar zusätzlichen Bemühungen, es soll die Auffahrt hergerichtet werden und noch so einiges, wird es zu einem guten Anziehungspunkt. Ich denke für den Kreis Tschernjachowsk wird es genauso bedeutend wie für die ganze Region.“


Das Gebäude wurde in rekordverdächtig kurzer Zeit wiederaufgebaut. Die wichtigste Rolle spielte dabei der Präsident Russlands, Wladimir Putin. 2016 wurden aus dem präsidialen Reservefonds 46 Millionen Rubel bereitgestellt.


Sergei Jakimow, Direktor des Kunsthistorischen Museums der Kaliningrader Oblast: „Ein jedes Museum beginnt mit einer Ausstellung, sie will gut durchdacht sein. Die Hauptidee, die wir hier umsetzen wollen, ist es, Kant als Pädagogen zu zeigen. Seine Idee, dass Kinder nicht für die Gegenwart, sondern für die Zukunft erzogen werden, seine Philosophie der Pädagogik, nicht nur in Bezug auf Heranwachsende und Kinder, sondern, sagen wir es so, auch auf die Bevölkerung, ganze Länder und die Wechselbeziehungen zwischen Ländern.“


Korrespondentin Svetlana Kolbanjowa: Seit den Zeiten, als sich hier Kant aufhielt, wurde das Haus des Pfarrers Daniel Andersch mehrmals umgebaut, im 20. Jahrhundert wurde es praktisch völlig zerstört. Doch diese Kellerräume sind original, sie erinnern sich noch an die Schritte Immanuel Kants.
Die Museumsleute hegen große Pläne. Neben dem Pfarrhaus soll ein ganzes „Philosopendorf“ entstehen, ein großes Wissenschaftszentrum für Konferenzen, Seminare und Forschung. Ein Extrateil der Ausstellung soll die Geschichte des Dorfes Judtschen-Wessjolowka erzählen.
Svetlana Kolbanjowa, Alexander Finn, Nachrichten.

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